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Ausgangsthese

Siedlungsgebiete und Landschaften in der Schweiz und in Europa sind einem tiefgreifenden Veränderungsprozess unterworfen. Klare Grenzen zwischen Zentrum und Peripherie, Stadt, Agglomeration und Landschaft lösen sich auf, es entstehen polyzentrisch strukturierte Metropolitanregionen. Diese neue Phase im Urbanisierungsprozess ist Gegenstand einer intensiven Debatte in den raumorientierten Wissenschaften, in der planerischen Praxis sowie in Politik und Gesellschaft.

Eine systematische Raumbeobachtung bildet die Voraussetzung für die Analyse räumlicher Transformationsprozesse und die Entwicklung von Konzepten zu ihrer Planung und Gestaltung. Die Raumbeobachtung durch die zuständigen Stellen, in der Schweiz z.B. die kantonalen Ämter für Raumentwicklung, operiert vorwiegend mit Karten, Plänen und statistischen Daten. Mit diesen Methoden kann die Dimension der sinnlich-emotionalen Erfahrung von Raum nur beschränkt in die Untersuchung und Evaluation von räumlichen Veränderungsprozessen mit einbezogen werden. Fotografie und Klangforschung können einen Zugang zu dieser sinnlich-emotionalen, d.h. ästhetischen Dimension ermöglichen. Diese ist für die Qualität von Lebensräumen für Bewohner und Nutzer von wesentlicher Bedeutung.

Die Stadt Schlieren, eine Agglomerationsgemeinde westlich von Zürich, setzt seit 2005 ein Stadtentwicklungskonzept von Metron Raumentwicklung AG um. 2013 führt die Stadt Schlieren eine Erfolgskontrolle bzw. Evaluation der Auswirkungen dieses Stadtentwicklungskonzeptes durch. Das Stadtentwicklungskonzept für Schlieren formuliert u.a. Ziele wie «Steigerung der Lebensqualität», «Urbanität», «Verbesserung der Identität», «Eigenständigkeit» oder «Aufwertung der öffentlichen Räume». Die sinnlich-emotionale Dimension des Raumes ist für diese Ziele konstituierend. Ausgangspunkt für das Forschungsprojekt ist die These, dass für die Evaluation dieser Ziele daher eine Methodik entwickelt und verwendet werden muss, welche diese sinnlich-emotionale, d.h. ästhetische Dimension des Raums erfassen kann. Die Konzeption und Nutzung von auditiven und visuellen Wahrnehmungsdispositiven kann einen Zugang zu dieser ästhetischen Dimension räumlicher Veränderung eröffnen.

M.W.

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