schliessen

Workshops

Das Forschungsprojekt „Visuelle und auditive Wahrnehmungsdispositive“ beinhaltete die Durchführung zweier Workshops mit Vertretern der Stadtverwaltung in Schlieren sowie der Schweizer Metron Raumentwicklung AG. Aus der Abteilung „Bau und Planung“ der Stadtverwaltung in Schlieren nahmen Manuel Peer und Barbara Meyer teil, von der Metron Raumentwicklung AG waren die Stadtplaner Peter Wolf und Maren Peter vertreten.
Die beiden Workshops waren die zentralen Ereignisse des Forschungsprojektes. Sie bildeten den Kontext, in dem die Wahrnehmungsdispositive eingesetzt und erprobt wurden. Ihre Aufgabe bestand darin, den Teilnehmern mit Hilfe der Dispositive den Zugang zur ästhetischen Dimension der Stadt Schlieren zu ermöglichen.
Die Workshops waren so konzipiert, dass die Teilnehmer eine ästhetische Perspektive einnahmen. Die Workshops können als eine Art Metadispositiv – als ein Dispositiv aus Dispositiven – verstanden werden, bei dem der räumliche und zeitliche Rahmen des Wahrnehmens umfassend und detailliert geplant und organisiert war. Dauer und Abfolge der Dispositive waren genauso vorgegeben, wie die räumliche Aufteilung und die Rollen und Handlungen der Forscher. Alle Wahrnehmungsdispositive wurden dabei grundsätzlich durch Sprachliches Framing angeleitet, d.h. die Teilnehmer wurden durch gezielte sprachliche Interventionen von Seiten der Forscher zu einem bestimmten Agieren im Rahmen der Dispositive aufgefordert.
Im Laufe der beiden Workshops wurde Material generiert, das nach Aufbereitung in der Transfer-Phase als Basis für eine spätere Evaluation der Transformation Schlierens in seiner ästhetischen Dimension dienen kann. Dem Verlaufsplan des Forschungsprojektes folgend, bauten die beiden Workshops aufeinander auf und erfüllten jeweils eine besondere Funktion.
 

Workshop 1

Im ersten Workshop, der am 10. und 11. Januar 2013 stattfand, ging es darum, die Teilnehmer mit der Nutzung der visuellen und auditiven Wahrnehmungsdispositive vertraut zu machen. Um dies zu erleichtern, wurde für die Wahrnehmungsdispositive zunächst nur visuelles und auditives Material einzelner Standpunkte oder klar abgesteckter Areale verwendet. Die Stadt Schlieren als Ganzes stand dabei noch nicht im Zentrum. 
Der erste Workshop diente darüber hinaus der Erprobung der entwickelten Wahrnehmungsdispositive und der Prüfung ihrer Angemessenheit hinsichtlich der Erschließbarkeit städtischer Qualitäten. Insgesamt kamen neun verschiedene Wahrnehmungsdispositive zum Einsatz, die in einen stringenten Gesamtablauf eingebettet waren. Alle Dispositive waren bei diesem ersten Workshop in Räumen eines Gebäudes nahe dem Zentrum Schlierens aufgebaut, die für diesen Zweck angemietet waren.
Nach einigen Wahrnehmungsdispositiven wurden Gespräche zwischen den Teilnehmern und den Forschern geführt. Sie hatten die Funktion, den Teilnehmern die Möglichkeit zu geben, im Austausch mit den anderen Teilnehmern und dem Forscherteam ihre ästhetischen Erfahrungen zu artikulieren. Die Gespräche wurden aufgezeichnet und im Nachhinein transkribiert. 
 

Workshop 2 

Der zweite Workshop fand am 4. und 5. April 2013 statt. Aufbauend auf den Erfahrungen der Teilnehmer im Umgang mit den visuellen und auditiven Wahrnehmungsdispositiven, die sie im ersten Workshop anhand einzelner Standpunkte und Areale gesammelt hatten, widmete sich der zweite Workshop nun der ästhetischen Dimension der gesamten Stadt Schlieren. Das Ziel war in diesem Fall die separate Betrachtung Schlierens 2005 und 2012, als seien es zwei unterschiedliche Orte. Diese Herangehensweise wurde gewählt, um zu vermeiden, dass durch das Vergleichen das getrennte ästhetische Wahrnehmen Schlierens zu diesen beiden Zeitpunkten eingeschränkt oder gar verhindert wird.
Auch der zweite Workshop war durch einen stringenten Aufbau und Ablauf geprägt. Dabei kamen sieben Wahrnehmungsdispositive zum Einsatz. Anders jedoch als noch beim ersten Workshop wurden dieses Mal nicht nur Dispositive für den Innenraum sondern auch für den städtischen Außenraum konzipiert. Als Neuerung kam außerdem hinzu, dass die Teilnehmer, assistiert von je einem Forscher, in erster Linie einzeln mit den Wahrnehmungsdispositiven arbeiteten. Zur Anwendung kamen dabei Perceptual Maps, die während des Workshops von den einzelnen Teilnehmern in einem mehrstufigen Prozess angefertigt wurden. Die Erstellung von Perceptual Maps ist eine diagrammatische Praxis zur Erschließung der ästhetischen Dimension eines Gegenstandes. Für die Jahre 2005 und 2012 wurden von jedem Teilnehmer separat Perceptual Maps erstellt.
Zum Abschluss des zweiten Workshops tauschten sich die Teilnehmer anhand der Perceptual Maps und angeleitet vom Forscherteam über ihre ästhetischen Erfahrungen aus. Auch dieses Gespräch wurde aufgezeichnet und transkribiert.

Die Perceptual Maps bildeten neben den Transkripten beider Workshops das Ausgangsmaterial für die anschließende Transfer-Phase.

T.K.

top